Praxis für Kieferorthopädie

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Antworten auf Ihre Fragen

Was ist ein Kieferorthopäde?
Ein Kieferorthopäde ist ein Zahnarzt, der nach einer mindestens 3 Jahren Fachausbildung in einer Kieferorthopädischen Praxis und an der Uniklinik eine Fachprüfung abgelegt hat. Anschließende regelmäßige Fortbildung ist selbstverständlich.

Wann sollte mit einer kieferorthopädischen Behandlung angefangen werden?
Eine erste kieferorthopädische Kontrolle sollte mit dem 3.-5. Lebensjahr erfolgen, da sich schon in diesem Alter Abweichungen erkennen lassen. In der Regel wird ihr Zahnarzt Sie darauf hinweisen. Bei Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, sollte der zweite Zahnwechsel begonnen haben, aber die Pubertät noch nicht abgeschlossen sein. Der zweite Zahnwechsel ist der Zeitpunkt, wenn nach den vier Schneidezähnen der nächste Milchzahn wechselt.

In den meisten Fällen ist es nicht sinnvoll früher anzufangen, da die Behandlung zu lange dauert. Alle vorhandenen bleibenden Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) sollten durchgebrochen sein, bevor ein Behandlungsfall beendet werden kann. Wird zu früh begonnen, verlieren die Patienten häufig die Motivation und vernachlässigen die in der Kieferorthopädie essentielle Mitarbeit. 

Aber auch hier gilt wie im richtigen Leben: es gibt auch Ausnahmen, wie z. B. Frühbehandlungen bei zwangsgeführten Bisslagen, Asymmetrien, oder starkem Unterkieferwachstum. Zu letzterem gehören sämtliche Formen einer umgekehrten Frontzahnstufe. Hierbei stehen die unteren Schneidezähne vor den oberen, was dadurch verursacht wird, dass der Unterkiefer zu weit vorne und/oder der Oberkiefer zu weit hinten liegt. Wichtig für die Behandlung ist in jedem Fall die Kooperationsbereitschaft des Kindes.

Wann muss eine Spange wirklich sein?
Sitzen einzelne Zähne schief im Kiefer oder stimmt der Biss nicht, weil Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen, dann kann dies schon bald Folgen haben: Sprach- oder Zungenlagestörungen können auftreten. Falls die Zähne sehr verschachtelt stehen, kann es auch aufgrund der erschwerten Pflegemöglichkeit verstärkt zu Karies kommen. Nicht zuletzt werden Nacken- und Kiefermuskulatur und damit auch die Körperhaltung negativ beeinflusst. Mundschleimhaut, Hals und Atemwege trocknen aus, wenn der Mund sowohl nachts beim Schlafen als auch tagsüber beim Atmen nicht richtig geschlossen wird. Auch die übermäßige 'Abnutzung' der Zähne kann die Folge eines schlechten, nicht passenden Zusammenbisses sein.

Ist es für die Zahnstellung gefährlich, wenn mein Kind am Finger lutscht?
Solange das Finger- oder Daumenlutschen während des 3. Lebensjahres aufhört, sind keine bleibenden Schäden zu erwarten. Wenn die Angewohnheit jedoch weiterhin besteht, muss mit Zahnstellungsänderungen gerechnet werden. Der Lutschdaumen (oder –finger) drückt in den meisten Fällen die Oberkieferzähne nach vorne und oben. Häufig resultiert das in einem offenen Biss. Von selbst bildet sich diese fehlerhafte Lage der Zähne nicht zurück, und ohne dass der Patient mit dem Lutschen am Finger oder Daumen aufhört, können solche Fehlstellungen nicht kieferorthopädisch korrigiert werden.

Vergleichbare Effekte können bei Patienten beobachtet werden, die – größtenteils unbewusst – mit der Zunge gegen die Zahnreihen drücken, was meistens in Verbindung mit einem Weiterbestehen des kindlichen Schluckmusters passiert. Auch hier kommt es oft zu unerwünschten Kippständen und einem offenen Biss. In solchen Fällen ist die Zusammenarbeit mit einem Logopäden erforderlich.

Entfernung bleibender Zähne – ist das wirklich notwendig?
Die Entfernung (Extraktion) eines oder mehrerer bleibender Zähne kann in bestimmten Ausnahmefällen notwendig sein, damit ausreichend Platz für die verbleibenden Zähne entsteht. Vor allem bei starken Engständen der Schneidezähne in Kombination mit einem geringen Überbiss ist eine Behandlung ohne Extraktionen oft nicht möglich. Auch zum Ausgleich von nicht angelegten oder nicht erhaltungswürdigen Zähnen, sowie zur Aufhebung von Asymmetrien ist eine Extraktion häufig unumgänglich.

Frühzeitiger Milchzahnverlust?
Neben der Abbeißfunktion erfüllen die Milchfrontzähne eine weitere wichtige Funktion: die Lautbildung beim Sprechen. Als Platzhalter für die bleibenden Zähne spielen jedoch die Milchmolaren (Backenzähne) in der Stützzone eine bedeutendere Rolle. Während sich im Seitenzahnbereich die bleibenden Zähne unter den Milchbackenzähnen entwickeln, stehen die permanenten Frontzähne in Staffelstellung hinter den Milchfrontzähnen an der zungenwärtigen Seite.

Können auch Erwachsene behandelt werden?
Ja. Zahnfehlstellungen können im Erwachsenenalter in den meisten Fällen kieferorthopädisch korrigiert werden. Starke Kieferfehlstellungen können jedoch nicht, wie bei Kindern oder Jugendlichen durch die Beeinflussung des Wachstums korrigiert werden, sondern müssen zusätzlich operiert werden. Eine kieferorthopädisch-chirurgische Kombinationstherapie wird zum Beispiel in Fällen notwendig, in denen Ober- oder Unterkiefer vor- bzw. zurückverlagert werden müssen.

Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das Eingliedern von festsitzenden und herausnehmbaren Geräten ist im Normalfall schmerzfrei, schlimmstenfalls, bei sehr sensiblen (schmerzempfindlichen Patienten), ein wenig unangenehm. Um Zähne oder Zahngruppen bewegen zu können, ist es notwendig bestimmte - geringe - Kräfte anzusetzen. Dies macht sich als Druck auf die betreffenden Zähne bemerkbar, der von den Patienten unterschiedlich stark empfunden wird. Insofern sind Empfindlichkeiten der  Zähne etwas, womit zwischenzeitlich gerechnet werden muss.

Wann müssen die Weisheitszähne entfernt werden?
Die letzten Zähne der Zahnreihe, die sogenannten "Weisheitszähne", müssen meistens entfernt werden, wenn im Kiefer nicht genug Platz vorhanden ist. Solange sich diese Zähne regelgerecht in den Zahnbogen einordnen, müssen sie nicht gezogen werden. Kritisch wird es, wenn die Weisheitszähne nicht regelrecht in Richtung Mundhöhle wachsen, sondern schräg gegen den vorletzten Zahn – den zweiten großen Backenzahn. Folgen können Zysten sein oder Verletzungen der hinteren Wurzel des vor dem Weisheitszahn liegenden Backenzahnes. Solche eingeklemmten Zähne sind besonders unangenehm, wenn sie teilweise in die Mundhöhle durchgebrochen sind. Sie sind Eintrittspforten für Bakterien, die ernst zu nehmende Entzündungen und Abszesse verursachen können.

Ursachen für vorzeitigen Zahnverlust?
Übermäßige Zuckerernährung in Kombination mit mangelhafter Zahnpflege ist die häufigste Ursache für vorzeitigen Zahnverlust. Bakterien zerstören die Zähne durch Karies. Parallel dazu entstehen meist Fisteln, die eine Entfernung der Zahnreste rechtfertigen. Nach wie vor spielt dabei die "Dauernuckelflasche" eine unrühmliche Rolle, auch wenn der berüchtigte "Zuckertee" keine Verwendung mehr findet. Dass auch zuckerhaltige Säfte, denen die Zähne stundenlang ausgesetzt werden, massive Kariesschäden verursachen, ist bedauerlicherweise trotz intensiver Aufklärungsbemühungen von vielen Müttern noch nicht verstanden worden. Achtung: auch Milch ist zuckerhaltig!

Welche Zähne werden häufig und welche selten gezogen?
Normalerweise werden kleine Backenzähne entfernt. Diese sog. Prämolaren sind zweifach angelegt, haben eine geringere Kaufunktion und sind für die Koordination der Unterkiefer-Bewegung weniger wichtig als z.B. die Eckzähne. Große Backenzähne kommen seltener in Frage. Die ersten sog. Molaren in der Regel nur aus zahnärztlichen Gründen, z.B. bei stark zerstörten oder nicht erhaltungswürdigen Zähnen. Schneidezähne werden aus ästhetischen Gründen nur im Unterkiefer entfernt, und dann nur einzeln, besonders bei isolierten Unterkiefer-Frontengständen und guter Seitenverzahnung.

Wie kann man einer Entfernung von bleibenden Zähnen vorbeugen?
Die häufigste Ursache für Extraktionen ist ein ausgeprägtes Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße. Bei zu kleinen Kiefern kann der Kieferorthopäde durch den rechtzeitigen Einsatz von herausnehmbaren Zahnspangen das Kieferwachstum fördern und somit die Zahnentfernung vermeiden. Ein guter Zeitpunkt hierfür ist die Phase nach dem Durchbruch der oberen mittleren Schneidezähne. Durch frühzeitigen Milchzahnverlust kann sich das Platzangebot für die bleibenden Zähne ebenfalls stark verringern, so dass später eine Extraktion bleibender Zähne notwendig wird. Abhilfe schafft in diesem Fall ein sogenannter Platzhalter, welcher nachts getragen wird und die Aufgabe erfüllt die benachbarten Zähne in ihrer Position zu halten.

Warum haben heutzutage mehr Kinder eine Zahnspange als früher?
Zahnspangen sind in aller Munde: jedes Jahr bekommen über eine Million Kinder in Deutschland eine Zahnspange. Dass Kinder heute häufiger mit Zahnspangen versorgt werden als früher, hat mehrere Gründe: die Eltern legen größeren Wert auf gesunde und gerade Zähne. Außerdem kennt man heute die schädlichen Folgen von Zahn- und Kieferfehlstellungen besser als früher. Und schließlich akzeptieren heute die meisten Kinder eher eine Zahnspange, weil sie unter den Gleichaltrigen längst kein Makel mehr ist.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Neben den normalen Behandlungsmethoden mit festen oder losen Spangen gibt es im Bereich der Erwachsenen-Behandlung ästhetisch ansprechende Behandlungsformen. Dazu gehören die Verwendung zahnfarbener Keramikbrackets, Lingualtechnik (auf der Zahninnenseite angebrachte, von außen unsichtbare feste Spangen) und Invisalign™-Schienen (nahezu unsichtbare, transparente Kunststoffschienen).

Welche Arten von Zahnspangen gibt es?
In der Kieferorthopädie unterscheidet man festsitzende und herausnehmbare Zahnspangen.



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