Praxis für Kieferorthopädie

Kleekamp 12    22339 Hamburg    (040) 59 07 60

Kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationstherapie

Bei sehr ungünstigen anatomischen Verhältnissen, die durch reduziertes oder überschießendes Kieferwachstum entstanden sind, ist es manchmal unumgänglich, Ober- und/oder Unterkiefer in ihrer Lage zueinander kieferorthopädisch und chirurgisch zu korrigieren. Diese Kombinationstherapie tritt beispielsweise bei einem stark offenen Biss, Progenie oder Retrognathie nach Abschluss des Wachstums auf.

Dabei führt diese kombinierte Behandlung zu einem besseren Ergebnis und durch die Entspannung und Harmonisierung der Gesichtszüge zu einem harmonischeren Aussehen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäde und Kieferchirurg ist dabei unumgänglich. Auch vorbereitende Planungen und Aufklärungsgespräche werden gemeinsam durchgeführt.

Je nach Zahn- bzw. Kieferfehlstellung kann die Behandlung in manchen Fällen entweder gar keine, oder eine festsitzende Zahnspange erforderlich machen. Vor dem chirurgischen Eingriff muss gewährleistet sein, dass die Ober- und Unterkiefer-Zahnbögen kieferorthopädisch so ausgeformt sind, dass sie nach der Operation gut aufeinander passen. Auch diese Entscheidung wird von Kieferorthopäde und Kieferchirurg zusammen getroffen und eine sich anschießende Planung der Operation zusammen mit dem Patienten durchgeführt.

So genannte Dysgnathie-Operationen gehören heute zu den Routineverfahren speziell ausgebildeter Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen und sind verhältnismäßig risikoarm. Trotzdem muss mit einem Krankenhausaufenthalt von bis zu einer Woche gerechnet werden. Schmerzen können bei diesen in Vollnarkose durchgeführten Eingriffen in den ersten Tagen auftreten, werden jedoch durch Gabe von Schmerzmitteln verringert. Die Operationstechniken wurden in den letzten Jahren durch den Einsatz moderner Osteosynthese-Verfahren (Miniplatten) deutlich verfeinert. Dies wirkt sich positiv auf den Heilungsverlauf, die Stabilität der Ergebnisse und den Patientenkomfort aus, so dass sich eine gute Kaufunktion bereits nach ca. 1-2 Wochen einstellt. Über den genaueren Verlauf der Operation, sowie mögliche Nebenwirkungen wird der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg ausführlich aufklären. 

Viele Patienten erleben nach dieser Operation zum ersten Mal das Gefühl eines perfekten Zusammenspiels der Kiefer und Zähne zueinander. Nahrungsmittel, die vormals gemieden wurden, da ein richtiges Abbeißen oder Zerkleinern auf Grund der Zahn- und Kieferstellung zueinander nicht möglich war, können nun bewusst genossen werden. Auch das deutlich verbesserte Aussehen, insbesondere bei Patienten mit einem zu stark ausgeprägten oder deutlich unterentwickelten Unterkiefer, führt oftmals zu einer dramatischen Verbesserung des Lebensgefühls. 

Übernimmt meine Versicherung die Kosten für diese Behandlung?

Private Krankenversicherung: Ja, gemäß Tarif für Kieferorthopädie.

Beihilfe: Ja, im Rahmen der Beihilfeverordnung. (Kosten für spezielle Techniken sowie Leistungen über dem 2,3-fachen Satz werden unter Umständen nicht bezahlt)

Gesetzliche Krankenkasse: Ja, aber auch hier nur mit der Einschränkung, dass die Kieferfehlstellung einen bestimmten Schweregrad übersteigt (KIG). Über spezielle Techniken oder Leistungen, sowohl im kieferorthopädischen, als auch im chirurgischen Teil werden Sie informiert und können diese als außervertragliche Leistungen in Anspruch nehmen. Ein Anteil von 20 % der kieferorthopädischen Gesamtleistung muss finanziert werden, welcher jedoch nach abgeschlossener Behandlung erstattet wird.



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